Warum Faszien unser Leben verändern


Das geheimnisvolle Netz in uns: Warum Faszien unser Leben verändern

Ein Impuls über das Bindegewebe, emotionale Stagnation und den Weg zu neuer Beweglichkeit.

Was sind Faszien überhaupt?

Ja, Thema heute: Faszien – das Bindegewebe, das unsere Muskeln und Organe umschließt, umhüllt und miteinander verbindet.

Man kann sich das ähnlich vorstellen wie bei einer Grapefruit, die man in der Mitte durchschneidet: Wie das Fruchtfleisch dort von feinen Fasern umhüllt und gegliedert ist, so durchzieht das Fasziennetz unseren gesamten Körper. Es hüllt die Muskulatur und die Organe ein, bettet sie ein und ist über Gewebeschichten hinweg miteinander verbunden. Es zieht sich sogar als feine, weiße Fasern direkt durch einzelne Muskelstränge.

Faszien sind nicht einfach nur Hüllgewebe – sie sind im Grunde ein ganz eigenes, hochsensibles Organ.

Ein vergessenes Organ der Schulmedizin

Es gibt neuere Forschungen, die extrem faszinierend sind. In der klassischen Wissenschaft und Anatomie wurden Faszien früher schlichtweg ausgeklammert. Im Sezierersaal hat man das Bindegewebe schnell weggeschnitten, um an die „wichtigen“ Bauteile wie Muskeln oder Organe zu kommen. Das Fasziennetz wurde beiseitegelegt.

Dabei wurde etwas Entscheidendes übersehen: Ein Fasziennetz kann man am toten Material kaum begreifen. Im lebendigen Körper ist es mit Flüssigkeit gefüllt und transportiert elektrische Signale. Sobald das Leben weicht, fehlen diese Flüssigkeiten und die Elektrizität. Faszien sind ein dynamischer, lebendiger Prozess, den wir nur am eigenen Leib erfahren und erforschen können.

In östlichen Traditionen ist dieses Wissen schon viel länger verankert. Schaut man sich im Indischen die Yogis und die Yoga-Asanas an, weiß man dort seit Jahrtausenden: Über feine Dehnübungen lässt sich der gesamte Körper ausgleichen, entspannen und positiv beeinflussen.

Der Feuerwehrschlauch-Effekt: Spannungen, Druck und Schmerz

Faszien haben enorm viel mit unserer Flexibilität und Beweglichkeit zu tun – damit, ob wir bis ins hohe Alter beweglich bleiben oder ob wir „steif, fest und hart“ werden.

Das Spannende ist: Dieses Bindegewebe kann eine eigene Spannung aufbauen. Es reagiert hochsensibel auf unsere Emotionen. Wenn wir emotional blockiert sind, drückt sich diese Stagnation im Körper aus:

  • Im Zwischenzellgewebe der Faszien sammelt sich Gewebsflüssigkeit an und staut sich.
  • Stell dir einen Feuerwehrschlauch vor: Wenn er platt und leer ist, ist er weich und elastisch. Wird er aber unter hohem Druck mit Wasser gefüllt, wird er auf einmal prall, starr und knallhart – fast wie Stein.

Genau das passiert bei Stagnationen im Körpergewebe. Die Faszien schwellen an und drücken auf die vielen sensiblen Nervenenden, die sie durchziehen. Die Folgen:

  1. Schmerzen im Bewegungsapparat.
  2. Gestörte Reizweiterleitung: Sowohl die motorischen Signale zur Muskulatur als auch die sensiblen Rückmeldungen an das Gehirn werden blockiert.

Deshalb ist es so entscheidend, diese Flüssigkeitsansammlungen und Einlagerungen regelmäßig aufzulösen – oder sie durch bewusstes Denken, Handeln und Bewegen gar nicht erst entstehen zu lassen. Wir müssen das alte Wasser herausbefördern, um neues, frisches und elastisches Gewebe möglich zu machen.

Das elektrische Netzwerk des Körpers

Alle Faszien in unserem Körper sind miteinander verbunden. Es ist ein einziges, riesiges Netzwerk – der Kitt unseres Körpers, der Knochen und Organe zusammenhält, damit nichts auseinanderdriftet.

Dieses Netzwerk besitzt faszinierende Eigenschaften:

  • Eigene Spannung: Unabhängig von der Muskulatur (und weit weg von klassischer progressiver Muskelrelaxation) können Faszien über Nervenimpulse eine eigene Spannung aufbauen und wieder loslassen.
  • Elektrisches Leitsystem: Es besitzt eine elektrische Kapazität und Speicherfähigkeit und steht in enger Kombination mit dem Meridiansystem.
  • Propriozeption: Die Faszien sind gespickt mit Rezeptoren und Nervenenden, die dem Gehirn jederzeit exakt rückmelden, wie wir uns im Raum befinden. Sie regulieren die feine Koordination unserer Haltung, unseres Standes und übertragen Muskelkraft über ganze Muskelgruppen hinweg.

Wie wir unser Körperinstrument neu stimmen

Wenn wir lernen, mit diesem System zu arbeiten, können wir Schmerzen lindern und das Spiel des Lebens wieder voll genießen.

Ich vergleiche die Faszien gerne mit den Stimmwirbeln an einem Musikinstrument: Wir können an ihnen ansetzen, um unseren eigenen Körperklang immer wieder neu zu justieren und einzustimmen. So erschaffen wir einen Wohlklang und ein dynamisches Klangspektrum – mal sanft, mal kraftvoll wie Rockmusik, je nachdem, was gerade passend und inspirierend ist.

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  • Wann: 24. Oktober
  • Wo: Dorfscheune in Gailenkirchen
  • Thema: Faszien & Bindegewebe – Die Forschungsreise in unseren Körper

Wir machen uns gemeinsam auf die Suche nach diesem „Heiligen Gral“ unseres Körpersystems, um über Bewegung und Tanz wieder mehr Lebendigkeit, Geschmeidigkeit und Freiheit in unser Leben zu bringen.

Macht es euch gemütlich – aber nicht zu sehr! Schenkt euch Entspannung, lebt ein dynamisches Leben und probiert euch aus.

Schreibt mir gerne einen Kommentar mit euren Gedanken und merkt euch den Termin vor.

Alles Gute und bis bald,

Euer Jürgen

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