Atme dich frei: Wie du mit Atemkraft, Natur und Ausstrahlung deine Energie verdoppelst.
Guten Morgen! Schön, dass du wieder vorbeischaust. Stell dir vor: Du stehst am Waldesrand oder in den Weinbergen, der Himmel ist strahlend blau, die Sonne erwärmt deine Haut und ein leichter Sommerwind streift durch die Blätter. Das ist genau dieser Moment am Morgen, an dem man spürt, wie viel Kraft in der Natur steckt – und genau diese Kraft wollen wir heute über unser wichtigstes Werkzeug in den Körper holen: unsere Atmung.
In den letzten Tagen habe ich in meinen Videos, die ich jeden Morgen machen, immer wieder verschiedene Facetten der tiefen Atmung vorgestellt. Heute möchte ich dieses Wissen für dich zusammenfassen und dir zeigen, wie du Atemtechnik, Achtsamkeit und Ausstrahlung miteinander verbindest, um deinen inneren Treibstofftank jeden Tag aufs Neue aufzufüllen.
Die abkühlende Atmung: Kühlung für Nerven und Gehirn
Fangen wir mit einer ganz besonderen Technik an, die vor allem an heißen Sommertagen oder bei mentaler Überhitzung ein echter Geheimtipp ist: die abkühlende Atmung (ähnlich der aus der indischen Tradition als Sitali bekannten Atemübung).
Viele von uns kennen das Gefühl, wenn der Kopf qualmt, die Gedanken rasen oder uns das Sommerwetter träge macht. Über den Mund und den Gaumen haben wir jedoch eine direkte energetische und neuronale Verbindung zu unseren Gehirnnerven. Wenn wir die Luft ganz bewusst kühl am Gaumen entlangführen, kühlen wir damit sozusagen unser Gehirn von innen herunter.
So funktioniert die abkühlende Atmung Schritt für Schritt:
- Einatmen über die Zunge: Öffne den Mund leicht und forme deine Zunge zu einem kleinen „U“ (wie eine kleine Rinne oder Rolle). Atme tief durch diese Zungenrinne ein. Du wirst sofort spüren, wie die einströmende Luft angenehm kühl am Gaumen, oben unterhalb der Nase und am Rachen entlanggleitet.
- Tiefe Bauchatmung: Atme so tief ein, bis über den Bauchraum der ganze Körper vollkommen gefüllt ist und wirklich gar keine Luft mehr hineinpasst.
- Bauch einziehen & Atem halten: Ziehe nun den Bauch sanft nach innen, halte die Position und halte für einen Moment den Atem an. Spüre die angenehme Fülle.
- Ausatmen durch die Nase: Atme nun langsam, vollständig und bewusst durch die Nase aus. Belasse den Bauch dabei sanft eingezogen, bis die gesamte Luft nach außen gedrungen ist.
- Wiederholen: Wiederhole diesen Zyklus 5 bis 7 Mal. Eine tägliche Praxis wirkt vielfältig wohltuend auf den gesamten Organismus.
Schon nach wenigen Wiederholungen wirst du merken, wie sich im Kopf eine klare, frische Kühle ausbreitet. Verspannungen im Muskelapparat lassen nach, das Gehirn entspannt sich und du kommst sofort in eine angenehme Präsenz. Viel Freude beim Ausprobieren!
Die Natur einatmen: Dein täglicher Boxenstopp an der Lebens-Tankstelle
Wenn wir morgens nach draußen gehen – sei es an den Waldesrand, in die Weinberge oder auch in den Stadtpark –, ist die Luft erfüllt von wertvollen Duftstoffen, frischem Sauerstoff und der Energie des Sonnenlichts.
Leider gehen viele Menschen mit einem flachen Atem durch den Alltag. Sie nehmen die Natur gar nicht richtig in sich auf. Doch die Atmung ist weit mehr als nur Sauerstoffaufnahme: Sie ist die Aufnahme von reiner Lebensenergie.
Stell dir das einmal wie bei einem Auto vor: Wenn du mit deinem Auto nicht an die Tankstelle fährst und keinen Treibstoff nachfüllst, bleibt der Wagen irgendwann stehen. Genau das Gleiche tun wir oft mit unserem Körper. Wenn wir nicht bereit sind, am Morgen bewusst „zu tanken“, fehlt uns tagsüber die nötige Lebenskraft.
Wie du den Treibstoff der Natur in dich aufnimmst:
- Bewusstes Zulassen: Es braucht keine komplizierte Analyse der Luftstoffe. Es geht rein um das Spüren und Erleben. Lass die frische Luft bewusst zu.
- Den Fokus ausrichten: Auf was du dich fokussierst, das nimmst du in erster Linie auf. Fokussierst du dich auf die warmen Sonnenstrahlen, atmest du gedanklich die Wärme und das Licht der Sonne ein. Schaust du in das Grün der Bäume oder das Blau des Himmels, nimmst du die Ruhe und Weite des Raumes auf.
- Gesten nutzen & Brustraum öffnen: Nimm deine Arme und deine Hände zu Hilfe. Öffne über deine Arme und Hände deine Lungenflügel wie zwei Flügel, streiche über deine Brust und öffne sinnbildlich dein Herz. Mit jedem Atemzug lässt du all das Schöne, das dir begegnet, direkt in deinen Brustraum, dein Herz strömen. Du tankst sozusagen an der Tankstelle der Natur – positiver Nebeneffekt: absolut kostenlos -.
- Alles Abgeben beim Ausatmen: Genauso wie du beim Einatmen Kraft aufnimmst, darfst du beim Ausatmen alles nach außen abgeben, was du nicht mehr brauchst – Altlasten, Sorgen, verbrauchte Energie. Oft macht der Körper das ganz automatisch über einen tiefen Seufzer. Lass diesen Seufzer ruhig zu und nimmt deine Stimme mit!
Es reichen schon wenige Minuten am Morgen – mit einem Rhythmus von circa 5 Sekunden Einatmen und 5 Sekunden Ausatmen –, um deinen Akku für den ganzen Tag konsequent aufzuladen.
Ausstrahlung & Parasympathikus: Was du ausatmest, strahlst du aus
Nun kommt der entscheidende Schritt: Atmung ist keine Einbahnstraße. Wir nehmen nicht nur Dinge aus der Umwelt auf, sondern wir strahlen auch wieder nach außen ab.
Alles, was wir morgens verinnerlicht haben – die Ruhe der Natur, die Frische der Luft, die Wärme der Sonne –, können wir über den Tag hinweg an unsere Mitmenschen weitergeben. Unsere Atmung ist dabei das Trägerelement für unsere Ausstrahlung und unsere Stimmung.
Genauso wie ein Sänger seinen Atem nutzt, um einen Ton und seine Stimme weit in den Raum zu tragen, so tragen wir mit unserer Ausatmung unsere emotionale Gemütslage in unsere Umwelt.
Die Heilkraft einer verlängerten Ausatmung
Aus der Physiologie wissen wir: Wenn wir länger und betont ausatmen, aktivieren wir direkt unseren Parasympathikus – den Teil unseres Nervensystems, der für Entspannung, Beruhigung, Regeneration und Verdauung zuständig ist. Eine lange Ausatmung bringt uns augenblicklich aus dem Stressmodus in einen Zustand der gelassenen Heiterkeit.
Wenn du aus dieser ruhigen, getragenen Haltung heraus Menschen begegnest, passiert etwas Magisches: Ausstrahlung erzeugt Resonanz.
- Das Lächeln-Phänomen: Wenn du unterwegs bist – ob auf dem Fahrrad oder beim Spazierengehen – und du jemandem mit einem ehrlichen Lächeln begegnest, kommt in den allermeisten Fällen sofort ein Lächeln zurück. Es ist völlig egal, wer zuerst gelächelt hat. Wichtig ist, dass die Freude ansteckend wirkt!
- Die Arbeit mit Menschen und Kindern: Ich selbst arbeite viel mit Menschen mit geistiger Beeinträchtigung. Wer mit Kindern oder beeinträchtigten Menschen arbeitet, merkt sofort: Sie reagieren ungefiltert auf deine Ausstrahlung. Wenn dein Verstand keine Fassade aufbaut, sondern deine Atmung ruhig, tief und von Herzen kommt, spiegelt dein Gegenüber diese Ruhe augenblicklich wider.
Trage deine Gemütslage bewusst über die Ausatmung nach außen. Gib deiner Umwelt damit Flügel!
Die tägliche Erinnerung an deine eigene Natur
Wenn die Vögel zwitschern, der Specht am Baum arbeitet oder die Sonne aufsteigt, erinnert uns die äußere Natur immer an eines: an unsere eigene, innere Natur.
In der Natur gibt es kein Haspeln und keine künstliche Hektik. Alles findet seinen natürlichen Rhythmus. Wenn du innehältst, tief durchatmest und dich erinnerst, wer du wirklich bist, findest du deine natürliche Stimmung, dein natürliches Strahlen und dein inneres Gleichgewicht ganz von alleine wieder.
Dein Praxis-Impuls für heute:
Geh heute Morgen oder in deiner Mittagspause für ein paar Minuten vor die Tür. Stelle dich aufrecht hin, nimm 5 Atemzüge zum kühlenden U, öffne anschließend dein Herz gegen den Himmel und atme tief die Energie des Tages ein. Und dann: Schenke dem ersten Menschen, der dir begegnet, ein herzliches Lächeln.
Ich wünsche dir ganz viel Freude beim Ausprobieren, beim Tanken von Lebensenergie und beim Innehalten! Schreibe mir gerne deine Erfahrungen in die Kommentare.
Alles Gute, bis bald
Euer Jürgen
