Zwerchfellatmung: 1000 tiefe Einblicke: Stimme und Emotionen

das Zwerchfell ist wie der Beweger der  Meeresatmung

Zwerchfellatmung: 1000 tiefe Einblicke in Gesundheit, Stimme und Emotionen

Hast du gewusst, dass zwischen dem Zwerchfell und Schizophrenie eine Verbindung besteht? Du hast richtig gehört! Es ist unglaublich, was es alles gibt.

Auf Altgriechisch bedeutet Zwerchfell nämlich phren – und das steckt auch im Wort Schizophrenie. Dort bedeutet es so viel wie „gespaltene Seele“ oder eben „gespaltenes Zwerchfell“. Wenn man noch weiter geht, merkt man, dass in der Antike das Zwerchfell sogar als der Sitz der Seele beziehungsweise das Zentrum der Emotionen, des Verstandes und der Lebenskraft angesehen wurde. Also gleich drei große, bedeutende Bereiche: Sitz der Seele, Zentrum der Emotionen sowie des Verstehens und der Lebenskraft. Da steckt ziemlich viel drin!

Natürlich können wir uns sagen: „Okay, das war in der Antike, die wussten nicht so recht, was sie da sagen.“ Aber ich denke, dass die Menschen damals durch genaue Beobachtung doch sehr viel wussten. Vielleicht mussten sie sich noch viel mehr in den eigenen Körper hineinspüren als wir heutzutage mit unseren bildgebenden Verfahren, MRTs und dergleichen. Damals erkannten sie wohl Zusammenhänge, die uns heute fremd geworden sind.

Was ist das Zwerchfell überhaupt?

Nichtsdestotrotz: Eine spannende Sache ist das mit dem Zwerchfell allemal! Das Wort Zwerch bedeutet im Grunde „quer verlaufend“ und Fell steht für die „Haut“. Es ist also eine quer verlaufende Haut, die den Brustraum vom Bauchraum trennt.

Das Zwerchfell ist ein kuppelförmiger Muskel, der in seiner Gestalt an eine Kirchenkuppel erinnert, die über dem Bauchraum thront. Dieser Muskel funktioniert so: Durch Kontraktion komprimiert er einerseits den Bauchraum und erweitert gleichzeitig den Lungenraum. Dadurch entsteht ein Unterdruck, der die Atemluft in die Lungen einströmen lässt. Durch Entspannung gibt das Zwerchfell wieder nach und lässt die Atemluft aus den Lungen hinausströmen. Das ist das permanente Wechselspiel der Atmung.

Wir brauchen die Luft als Energiespender im Körper – das weiß jeder. Eine gewisse Zeit lang können wir die Atmung zwar willkürlich anhalten, aber irgendwann geht es nicht mehr. Dann müssen wir automatisch von innen heraus wieder atmen. Kein Mensch kann sich umbringen, indem er die Luft einfach so lange anhält, bis gar nichts mehr geht. Irgendwann setzt ein Automatismus ein, der sagt: „Okay, das geht nicht, du hast weiterzuatmen!“

Warum wir verlernt haben, richtig zu atmen

Diese Funktionsweise steuert die sogenannte Zwerchfellatmung. Doch warum müssen wir überhaupt explizit von „Zwerchfellatmung“ sprechen? Nun, es ist so, dass viele von uns im Alltag oft nur noch eine flache Brustatmung haben. Es gibt nämlich auch in unseren Rippenbögen eine Muskulatur, die die Atmung unterstützt und den Brustraum erweitert.

Die Zwerchfellatmung (oder Bauchatmung) ist jedoch die Atmung, die einen viel größeren Anteil des Lungenvolumens nutzen und dadurch viel mehr Lungenkapazität freisetzen kann, indem sich der Atemraum in den Bauchraum hinein erweitert.

Meistens passiert das Atmen nicht willkürlich, sondern automatisch. Wer achtet schon im Alltag gezielt auf seine Atmung? Vielleicht atmet man zwischendurch mal tief durch oder nimmt bewusst zwei, drei tiefe Atemzüge. Da wird uns dann klar, dass wir die Atmung willkürlich beeinflussen können. Ansonsten läuft sie unwillkürlich ab – und in Stresssituationen meistens in einem reaktionsmuster, das eher in die flache Atmung geht.

Eine kleine Übung für den Alltag

Wenn wir die Zwerchfellatmung aber gezielt einsetzen, können wir wunderbar steuern, wie wir uns fühlen. Lass uns dazu ein konkretes Beispiel machen:

  1. Ausatmen & Entspannen: Konzentriere dich zuerst auf das gezielte Entspannen des Zwerchfells. Das führt zu einer tiefen Ausatmung. Zieh den Bauch dabei leicht ein.
  2. Halten: Halte die Luft nach dem Ausatmen für zwei bis drei Sekunden an und begib dich bewusst in diesen Zustand der totalen Entspannung.
  3. Einatmen: Lass die Luft nun ganz automatisch – wie von allein – durch die Nase wieder einströmen. Spüre, wie sich dein Bauch weit nach außen wölbt und sich das Zwerchfell anspannt.
  4. Halten & Wiederholen: Halte auch hier wieder ein paar Sekunden die Luft, bevor du langsam (gerne durch den Mund) wieder ausatmest.

Interessanterweise ist die Ausatmung die eigentliche Entspannung des Zwerchfells. Wir sollten uns im Alltag viel öfter auf das Ausatmen konzentrieren, denn meistens fehlt uns nicht die Anspannung, sondern die Entspannung!

4 Gründe, warum dein Zwerchfell ein Kraftpaket ist

Wenn du diese Übung regelmäßig machst, hat das phänomenale Auswirkungen auf deinen gesamten Organismus:

1. Mehr Sauerstoff, mehr Energie

Unsere Zellen und die „Kraftwerke“ im Körper (die Mitochondrien) sind absolut vom Sauerstoff abhängig. Es ist zwingend notwendig, dass wir dem Körper genug davon zur Verfügung stellen. Viele Therapieformen, zum Beispiel auch in der Krebsbehandlung, setzen auf gezielte Sauerstoffbehandlungen, um oxidativen Stress zu minimieren und den Zellen Energie zu geben. Der Körper möchte sich immer selbst regulieren und in Balance kommen – aber dafür braucht er Sauerstoff. Durch die Zwerchfellatmung gibst du ihm genau das.

2. Mehr Dynamik und Stimmumfang

Durch das gezielte An- und Entspannen wird das Zwerchfell elastisch, mobil und trainiert. Genau wie jeden anderen Muskel kannst du auch das Zwerchfell und seinen Bewegungsumfang trainieren. Da unsere Stimme über das Zwerchfell reguliert wird, führt ein trainierter Muskel zu viel mehr Variationsspielraum, Dynamik und einem gewaltigen Stimmumfang.

3. Eine sanfte Massage für die Organe

Wenn sich das Zwerchfell beim Einatmen nach unten senkt und beim Ausatmen der Bauch eingezogen wird, werden alle inneren Organe massiert und durchbewegt. Dadurch bleiben sie elastisch, die Durchblutung wird gefördert und Abfallstoffe können besser ausgeschieden werden. Frisches Blut fließt nach und die Funktionalität deiner Organe wird massiv verbessert. Das Beste daran: Für dieses Training musst du nicht ins Fitnessstudio gehen oder viel Geld ausgeben. Es ist jederzeit und überall kostenlos verfügbar.

4. Das Zentrum deiner Emotionen und Lebenskraft

Es ist ein Irrglaube, dass man sich auf zwei Dinge gleichzeitig fokussieren kann. Wir können zwar schnell hin- und herswitchen, aber der Fokus liegt immer nur auf einer Sache. Oft ist unsere Aufmerksamkeit im Außen. Richten wir sie nach innen auf die Atmung, holen wir uns unsere Lebenskraft zurück.

Jeder kennt das: Wenn wir in Rage geraten, werden wir kurzatmig. Die Atmung rutscht in den Brustraum, wird flach, der Kopf wird rot und wir verlieren sprichwörtlich die Bodenhaftung und unsere innere Balance. Die Emotionen „kochen hoch“. Wenn wir dann aber gezielt in die Zwerchfellatmung gehen, bringen wir die Energie im wahrsten Sinne des Wortes wieder nach unten. Wir können unsere Emotionen steuern, runterkommen und uns in die gewünschte Stimmung bringen.

Fazit: Die ungenutzte Kraft in dir

Hier schließt sich der Kreis: Durch ein bewegliches, trainiertes Zwerchfell haben wir die Möglichkeit, gezielt in unseren Kräftehaushalt, unsere Emotionen und auch in unseren Verstand einzugreifen. Letzteres wirkt sich eins zu eins auf unsere Denkkapazitäten aus. Es ist längst erwiesen, dass Nervenzellen nicht nur im Gehirn, sondern im ganzen Körper – auch im Herz und im Bauchraum – verteilt sind. Durch die tiefe Zwerchfellatmung fließt mehr Power in unsere Denkprozesse.

Mit diesem einen kleinen Teil, der Zwerchfellatmung, kann jeder ganz gezielt Einfluss auf seine Gesundheit nehmen und eine Selbstwirksamkeit entfalten, die sonst komplett im Verborgenen liegt. Es ist eine Kraft, die bei den meisten tagein, tagaus ungenutzt brachliegt, aber durch eine kleine Fokusänderung eine riesige Wirkung erzeugen kann.

Abschließend stellt sich mir die Frage: Inwieweit ist das Zwerchfell eben doch das Zentrum von Emotion, Verstand und Lebenskraft? Wenn man bedenkt, dass das altgriechische Wort auch in Begriffen wie Phrenitis (was früher für Zwerchfellentzündung, aber auch für Geisteskrankheit stand) steckt: Beeinflusst das Zwerchfell nicht ganz massiv unsere geistige und körperliche Gesundheit?

Ich überlasse es euch, weiter in diesem spektakulären und wichtigen Bereich des Körpers zu forschen, der leider viel zu oft ein Schattendasein fristet.

Jetzt seid ihr dran!

Schreibt mir gerne einen Kommentar: Welche Erfahrungen habt ihr selbst mit der Atmung gemacht? Welche Erkenntnisse oder Fragen sind bei euch aufgetaucht? Ich freue mich auf euer Feedback und wünsche euch viel Spaß beim Ausprobiere!

Liebe Grüße,

Euer Jürgen

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